Pressemitteilung des Zentralrat der Yeziden in Deutschland(ZYD) zur Situation der Yeziden im Irak PDF Drucken E-Mail

 

Gestern Donnerstag haben zwei Selbstmordattentäter im Nordirak/Sinjar 18 Menschen mit in den Tod gerissen

 

32 weitere Menschen wurden verletzt. Der Anschlag ist in einem gut besuchten Cafe in Sinjar verübt worden.

 

Der Anschlag richtete sich offensichtlich gegen die Minderheit der Yeziden.

 

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren explodierten am 14.08.2007 in den dörflichen Siedlungen Gir Izer und Siba Shekh Khedra unweit von Sindjar im Westen Iraks, mehrere Autobomben und töteten mehr als 350 Yeziden. Es war das schlimmste Attentat seit dem Sturz des Saddam-Regimes. Dieser Tag hat sich in die Geschichte der Yeziden eingebrannt und der Öffentlichkeit erneut gezeigt wie schnell der muslimische Terror auch auf religiöse Minderheiten übergehen kann. 

 

Trotz zahlreicher Versprechungen von staatlicher Seite zur Rekonstruktion der zerstörten Dörfer gibt es auch nach zwei Jahren keine funktionierende Wasserversorgung, keine Schule und medizinische Einrichtung. Lediglich 60% der zerstörten Häuser wurden wieder aufgebaut.

 

Die am 25.07.2009 erfolgten Wahlen zum kurdischen Regionalparlament im Nordirak sind ein weiteres Beispiel dafür, dass die Yeziden in einer benachteiligten Position sind:

 

Waren in dem alten Parlament noch drei Yeziden vertreten, so hat jetzt nur ein Kandidat yezidischer Religionszugehörigkeit den Einzug in das neue Parlament geschafft. Hierin sehen wir eine erhebliche Benachteiligung der Yeziden. Zur Wahrung yezidischer Interessen ist es eine Grundvoraussetzung, dass die yezidische Religionsgemeinschaft entsprechend ihres Bevölkerungsanteils im neuen Parlament mit mindestesns sechs Delegierten vertreten gewesen wäre. Auch vor dem Hintergrund der besonderen Verfolgungsgefahr – die Yeziden sind neben den Christen die am stärksten gefährdete Minderheit im Norden Iraks – bedeutet die Reduzierung der Sitze yezidischer Abgeordneter ein empfindlicher Rückschritt in dem noch jungen Demokratieprozess.

Wir fordern den irakischen Staat und die kurdische Regionalregierung auf, die politische Ungleichbehandlung der Yeziden aufzuheben und den Schutz der religiösen Minderheiten zu verbessern.

 

Oldenburg, den 14.08.2009

 

Vorstand: Telim Tolan (Vorsitzender), Süleyman Kaya (stv. Vorsitzender), Orhan Onat (Generalsekretär), Güler Tuku (Frauen), Kazim Oba (Finanzen), Murad Mahdo, Semseddin Tunc, Osman Güden, Selim Temin, Bozo Agirman, Hatun Kizilyel, Genco Mezkal

 

 

Zentralrat der Yeziden in Deutschland

Eidechsenstr.19

26133 Oldenburg

 

Fon: +49 (0) 441 – 48 50 555
Fax: +49 (0) 441 – 48 50 557

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

www.yeziden.de

aus: http://www.yeziden.de/ von 14.8.2009 um 17 Uhr

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